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Panorama: 20 Pilger von Verklärung Christi nach Malta
 

25th October 2011

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20 Pilger von Verklärung Christi wallen auf Malta

„Auf den Spuren des Apostels Paulus, der Johanniter und mehr …“

Johanna Pader

 

Wir, von der Pfarrgemeinde Verklärung Christi, aus Bad Vilbel, im Herzen Deutschlands, fuhren vom 11. bis 17. Sept. 2011 extra zum Pilgern nach Malta. Eine Reise, die mich bis heute tief berührt …

Dunkelheit empfängt uns, als wir an einem Samstagabend maltesischen Boden betreten. Mit dem Bus fahren in den Nordwesten Maltas, nach Qawra.

Lauwarmer Wind – Sterne, die nur für mich funkeln, schwarzes Meer... Was ich im Schein der elektrischen Beleuchtung erkenne, macht mich neugierig auf den nächsten Tag …
Die Sonne lacht, der Himmel ist blau, das Meer schimmert in Türkis. In Deutschland war der Himmel grau - wir können unser Glück kaum fassen. Am Ufer wartet ein Boot, es bringt uns zur Paulusinsel, unsere Reise beginnt.

Es geschieht 60 Jahre nach Christus. Paulus wird im Zuge der Christenverfolgung zum Tode verurteilt. Paulus ist römischer Bürger. Zur Vollstreckung des Urteils wird er nach Rom eingeschifft, zusammen mit dem Evangelisten Lukas, der auch sein Sekretär ist, und einigen Gefährten. Vor der Küste einer Insel kommt Sturm auf. Das Schiff droht zu zerbrechen. Die Besatzung will die Gefangenen töten. Der Kapitän entscheidet anders: Er gibt den Gefangenen die Chance, die Küste schwimmend zu erreichen. Es gelingt den Gefangenen, lebend an Land zu kommen.
Die Bewohner empfangen die Schiffbrüchigen freundlich. „Ihr seid auf unserer Insel MALTA gestrandet“ erklären sie und zünden für die Schiffbrüchigen ein Feuer zum Aufwärmen an. (vgl.Apg)

Ich sehe die Paulusinsel mit der Statue des hl. Paulus vom Ufer aus. Wir schippern hinüber - genießen die Sonne – der Regen zu Hause ist Geschichte – was sind wir doch für Glückspilze …

Ich stehe vor der Statue des hl. Paulus und versuche mir vorzustellen, wie er nach dem Schiffbruch hier strandet, völlig entkräftet, dem Tode nahe … Der Gedanke fällt mir nicht leicht, zu schön ist alles rings um mich. - Langsam stelle ich mich auf Paulus ein – bewege mich auf ihn zu - finde seine Spuren.

Das Boot bringt uns zurück. Es ist Zeit für die tägliche Messe. Wir feiern sie in der Kirche von Mellieha. Hier befindet sich ein Fresko der Madonna mit dem Jesuskind, das der Evangelist Lukas angefertigt haben soll.
Unsere erste Messe auf Malta: Die Kirche gehört uns ganz allein. Lesungen und Fürbitten legt Pater Cheriyan in viele Hände, zum Vater-unser-Gebet lädt er in den Altarraum ein. Wir sind eine große Familie.

Erschöpft wärmt Paulus sich am Feuer auf und wirft Reisig hinein. Da fährt eine Viper aus dem Feuer und beißt ihn in die Hand. Die Bewohner Maltas sind entsetzt und sicher: Das ist ein Gottesgericht. Paulus muss ein Verbrecher sein. Dem Tod durch Ertrinken ist er entronnen. Doch die gerechte Strafe wird nun durch die Schlange vollstreckt. Aber Paulus schleudert das Tier ins Feuer zurück. Seine Hand schwillt nicht an, er fällt nicht vergiftet tot um. Jetzt sind die Bewohner Maltas überzeugt, einen Gott vor sich zu haben. (vgl.Apg)

Viele Bewohner Maltas sind Fischer. Das malerischste Fischerdorf ist Marsaxlokk: Türkisblaue Fischerboote im türkisblauen Meer, darüber strahlender Himmel, am Ufer Verkaufsbuden mit dem üblichen Touristenangebot. Alles ist überschaubar, niemand nötigt mir seine Waren auf. Ich genieße die entspannte Atmosphäre und esse das beste Eis meines Lebens.
In Marsaxlokk feiern wir die hl. Messe – den spirituellen Höhepunkt des Tages - .

Die Tempelanlage von Tarxien durchschreite ich andachtsvoll: Ca. 5000 Jahre altes mächtiges Gemäuer. Hier haben Menschen ihr hohes spirituelles Niveau zum Lob ihrer Gottheit in Stein umgesetzt. Während der Bootsfahrt durch die Blaue Grotte kommen mir die Irrfahrten des Odysseus in den Sinn. In mir wächst die Lust, in der spannenden griechischen Mythologie zu stöbern.
Wieder in unserem komfortablen Hotel-Resort gehe ich sofort an den Strand zum schwimmen – dort treffe ich die Sportlichen aus unserer Pilgerschar - das Meer ist weich wie Samt und angenehm warm …

Paulus verbringt drei Monate auf Malta. Er nutzt die Zeit zum Predigen. Er ist Gast des Publius, des höchsten Repräsentanten auf Malta. Der Vater des Publius liegt schwerkrank im Bett. Paulus legt ihm die Hände auf – und er ist geheilt. (vgl. Apg)

Wir besuchen Mdina, die stille Stadt. Dicke Mauern umschließen diese imposante ehemalige Hauptstadt auf dem Berg. In der Nachbarschaft liegt Rabat. Wir feiern in der St.-Paul‘s-Kirche die hl. Messe. Unter der St.-Paul‘s-Kirche liegt die Paulusgrotte. Hier war Paulus während seiner dreimonatigen Gefangenschaft inhaftiert. In dieser Grotte feierte Paulus die hl. Messe und teilte zum 1. Mal die Sakramente aus. Gegenwärtiger kann der Geist des Paulus nicht sein. Auch Papst Benedikt XVI. feierte in dieser Grotte eine hl. Messe.

Paulus, selber Jude, wächst in Griechenland auf. Sein Geist ist offen. Die ersten Christen sind alle Juden und beschnitten. Für sie ist selbstverständlich: nur ein Beschnittener kann Christ sein, das heißt, er muss vorher Jude werden. Paulus ist anderer Meinung. Der Glaube ist im Herzen, das genügt. Also kann jeder Andersgläubige auch Christ werden, wenn er nur glaubt. Es ist nicht nötig, sich vorher beschneiden zu lassen. Auf dem 1. Konzil in Jerusalem wird diese Auffassung bestätigt.
Paulus geht es um echte Spiritualität. Er respektiert die tiefe Religiosität von Menschen anderen Glaubens. Bevor er als Gefangener nach Malta kam, sah er in Griechenland jede Menge Tempel für verschiedenste Götter. Einer dieser Tempel war einem unbekannten Gott geweiht. Paulus predigte der Bevölkerung: „Das ist der Tempel von Jesus.“ (vgl. Apg)

Natürlich besuchen wir Gozo, die kleine Schwester Maltas. Hier steht der Ggantija-Tempel, älter als die ägyptischen Pyramiden. Riesenquader sind aufeinander geschichtet. Staunend gehe ich durch die Tempelanlagen, voller Respekt vor den Erbauern, die keine Mühe gescheut haben, um ihrer Gottheit Ehre zu erweisen.
Die Messe feiern wir auf Gozo in der Wallfahrtskirche Ta’Pinu. Sie ist der Mutter Gottes geweiht. Vor ihrem Gnadenbild kniete auch Papst Johannes Paul II.
Für mich spendet dieses Gnadenbild eine ganz eigene Energie. Ich kann nur versuchen, es zu erklären: Zum Vater-unser-Gebet versammelten wir uns im Altarraum. Wir reichten uns die Hände zum Friedensgruß und kamen in eine ungewöhnlich fröhliche Stimmung … Immerhin befanden wir uns noch im Altarraum, und der Priester zelebrierte die Messe. Bis heute denke ich immer noch verwundert darüber nach.

In Valetta, der Hauptstadt Maltas: Es ist die Stadt der Kreuzritter. Der Orden kümmerte sich zur Zeit der Kreuzzüge um die Verwundeten und Kranken. Die Kreuzritter gründeten im 16. Jhdt. auf Malta einen eigenen Staat. Sie errichteten beeindruckende Festungen, unterhalten noch heute erstklassige Krankenhäuser, erbauten prachtvolle Kirchen. Eine davon ist die St. John‘s-Co-Kathedrale. Auch Papst Benedikt XVI. besuchte sie.
Wir feiern die Messe in einer anderen Kirche, der St.-Pauls-Kirche von Valetta. Sie beherbergt die Hand des Paulus und einen Teil der Säule, auf der Paulus geköpft worden ist. Beides ist aus Rom dorthin gekommen.
Reliquien – in mir steigt etwas Beklemmendes hoch. Doch was ich sehe, schafft auch eine große Nähe zu Paulus. Ich nehme den Geist des Paulus auf mit allen meinen Sinnen. Sieben Tage unterwegs auf den Spuren des Apostels Paulus, haben mich wohl spirituell weich werden lassen ...

Malta ist der ideale Ort für eine Pilgerreise, wohin ja auch Papst Johannes Paul und Papst Benedikt XVI. bereits gepilgert sind. Auf Malta sind nahezu alle katholisch, es gibt über 365 Kirchen. Für jeden Tag eine!

Unsere Reise war bestimmt von einer heiteren Spiritualität. Sie war ein Geschenk, eingepackt in blaues Meer und verziert mit strahlendem Sonnenschein.

Nachtrag:
Diese Pilgerreise war nicht die erste ihrer Art. Wir sind in Assisi, Rom und Santiago de Compostela gewesen. Unsere Reisen haben ihren ganz eigenen Charakter:
Wir führen Sie unter einem ganz bestimmen Motto durch und stellen sie nach unseren Wünschen mit Hilfe eines Reisebüros zusammen. Eine Reiseleitung, die deutsch spricht, begleitet uns die ganze Reise über vor Ort. Täglich feiern wir hl. Messe, als spirituellen Höhepunkt. Unser Besichtigungsprogramm ist wohl durchdacht. Wir genießen den Wein und die Küche der Region. Für ein gutes Gespräch ist immer Zeit.
Zu Hause schließen wir mit einem speziellen Dank im Gottesdienst und dem beliebten Nachtreffen unsere Reisen ab.

Gäste sind bei unseren Reisen herzlich willkommen.
Wer mit uns reisen möchte, wende sich bitte an: johanna.pader@googlemail.com

   
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