Asvattha

Home

About Asvattha

Über Asvattha

Current Articles

Archives

Search / Suche


Asvattha Web

Panorama

English

German

Malayalam

Spiritual Reflection

Spirituelle Reflexionen

Contribute

Terms & conditions

Teilnahmebedingungen

Submit an Article

Einreichen eines Artikels

Feedback

Related Links

Contact / Kontakt

Spirituelle Reflexionen: 10th Apr 2021
 

 

Wissen allein ist keine Erfahrung [1]

 

 

Pater Cheriyan Menacherry CMI

(vom Buch: Cheriyan Menacherry, Wahrheit macht frei: Nachsinnen der Worte Jesu, Mauritius: Fromm Verlag, 2019, s. 11-14)

 

 

Einige Jünger von Johannes dem Täufer, wünschten sich, Jesus zu folgen. Sie wünschten es nicht nur, einige Jünger und viele andere Menschen folgten Jesus. Im Johannes Evangelium steht geschrieben: Die Menschen sagten zu Johannes dem Täufer: „Rabbi, der Mann, der auf der anderen Seite des Jordans bei dir war und für den du Zeugnis abgelegt hast, der tauft jetzt, und alle laufen zu ihm.“ (Joh 3, 26).

Jesus hatte es schon bemerkt. Dann richtete

Jesus eine wichtige Frage an die Jünger. ‚Was wollt Ihr‘?

Diese Frage richtet sich auch an uns, an alle, die Jesus nachfolgen, an alle Christen.

Diese Frage können wir auf verschiedene Art und Weise auch an uns selbst richten. ‚Was will ich als Christ‘?

Viele Christen verlieren in der heutigen Zeit aus verschiedenen Gründen ihren Glauben: z.B. wegen einiger Skandale, hervorgerufen durch Kirchenverantwortliche. Oder für viele, denen die großen wissenschaftlichen Entwicklungen wichtig sind, ist der christliche Glaube bedeutungslos und altmodisch geworden.

Für andere gibt es finanzielle Gründe. Wenn man aus der Kirche austritt, spart man monatlich viel Geld, weil keine Kirchensteuer mehr gezahlt werden muss.

Also will auch ich mich vom christlichen Glauben entfernen, so wie z. B. einige Familienmitglieder, Verwandte, Nachbarn oder Freunde sich entfernt haben?

Solche Situationen gab es auch schon zu Zeiten von Jesus: „Daraufhin zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?“ (Joh 6,65-67).

Was veranlasst uns also, weiterhin Christ zu bleiben? Ist es die innere Überzeugung? Bleiben wir Christen, weil unsere Eltern uns taufen ließen als wir Säuglinge waren?

Warum kommen wir überhaupt in die Kirche? Ist es vielleicht, weil der Sonntagsgottesdienst uns zur Gewohnheit geworden ist?

Jesus fragt uns: ‚Was wollt ihr‘? Ja, was wollen wir eigentlich als Christ?

Schauen wir uns die Antwort der Jünger auf diese Frage von Jesus Christus an:

Die Antwort der Jünger war eine Gegenfrage: „Meister -, wo wohnst du?“.

Bei dieser Frage ging es nicht einfach darum, eine Adresse mit Straße und Hausnummer zu erfahren. Es ist der starke Wunsch der Jünger, bei Jesus Christus zu bleiben und mehr von ihm zu erfahren.

Ja erfahren!

Diesen Wunsch hat Jesus Christus erkannt. Entsprechend war seine Antwort. Er hat nicht einfach eine Straße mit Hausnummer genannt.

Jesus antwortet: „Kommt und seht!“ Die Jünger sollten ihm folgen und selber sehen, wo er wohnt und was er tut. Sie sollen dort kurz mit ihm leben. So können die Jünger ihren Meister und Gott wirklich erfahren.

Die Begriffe „wissen“ und „erfahren“:

Beispielsweise wissen wir, dass es den Mond gibt. Aber haben wir direkte Erfahrung mit dem Mond gemacht, denn wir waren ja nie auf dem Mond?

Ebenso kann man wissen, dass es Lavendel im Garten gibt; aber um Lavendel zu erfahren, muss man in den Garten gehen und den Lavendel berühren, den wunderbaren Duft einatmen und die Pflanze mit den Fingern berühren. Fühlen, das ist Erfahrung.

Wissen ist nicht unbedingt eine Erfahrung. Wissen hilft uns, etwas zu erfahren.

Jemand kann z. B. wissen, dass eine Person eine Tochter oder einen Sohn hat. Aber diese Person kann Erfahrung mit dem Kind erst dann sammeln, wenn sie das Kind in den Arm nimmt und einen persönlichen Kontakt pflegt.

Oder, man sammelt Erfahrung mit den Eltern im Altenheim nur dann, wenn man mit der Mutter oder dem Vater im Altenheim Kontakt hält, telefoniert, sie besucht und hilft.

Man weiß, dass es eine Kirche gibt. Aber Kirche kann man nur erfahren, wenn man in die Kirche geht und allein oder mit der Gemeinde zusammen betet und singt.

In der Religion sind Erfahrungen ein ganz wichtiges Element. In der Religion wächst der Glaube mit der Erfahrung. Eine Person kann vielleicht einen stundenlangen Vortrag über Religion halten, aber wenn diese Person keine Erfahrung mit dieser Religion hat, dann hat sie auch keinen Glauben.

Was bedeutet denn in der Religion, zum Glauben führende Erfahrung? Ist es die Erfahrung mit verschiedenen Materialien, besser gesagt sakralen Gegenständen, Symbolen und Ritualen? Erfahrungen mit sakralen Dingen, Symbolen, Ritualen oder auch Traditionen an sich, bringen noch keinen Glauben.

Diese sakralen Gegenstände, Symbole, Rituale führen den Menschen zu einer Erfahrung mit Gott. Erst dann kommt der Glaube.

Diese Tatsache hat Jesus Christus selbst erklärt, als er Wunder wirkte. Er vollbrachte Wunder nicht allein um der Wunder Willen, sondern damit die Menschen durch seine Wunder an ihn glauben und Gott erfahren konnten.

„Was wollt Ihr?“

„Meister -, wo wohnst du?“

„Kommt und seht!“


 

[1] Illustration photo ‚small things with great love, Judith Cronauer ‘: Judith Cronauer

This Site is Created & Maintained by Assvatha E - Journal. All rights reserved