Juni 13, 2025
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Dreieinige Gott

Pater Sebastian Athappilly, CMI

Der Glaube an den dreieinigen Gott (oft unrichtig als ‹Dreifaltigkeit› bezeichnet) ist ein besonderes Kennzeichen oder Merkmal des authentischen christlichen Glaubens. Viele missverstehen diesen Glauben als Tritheismus, d.h. , Glauben an drei Götter. Wieder andere missdeuten die Dreieinigkeit Gottes als Modalismus, das heißt, eine einzige Person in drei verschiedenen Moden bzw., Aspekten. Dieser Modalismus hat zwei Versionen, sukzessiver Modalismus und simultaner Modalismus. Die erste Form glaubt, Gott habe sich einige Zeit als Vater geoffenbart (im Alten Testament), dann als den Sohn im neuen Testament und später, nach Pfingsten, als den Heiligen Geist. Die zweite Variation behauptet, es hänge von unserem Blickpunkt ab. Wenn wir den einen Gott als Schöpfer betrachten, dann sei er der Vater. Aber wenn wir ihn als den Erlöser betrachten, der als Mensch auf der Erde erschienen ist, dann sei er der Sohn und wenn wir Gott als den Heiligenden betrachten, der in uns wohnt, dann sei er der Heilige Geist.

Jesus hat aber etwas anderes geoffenbart. Er hat Gott als seinen Vater geoffenbart und sich selbst als den Sohn bezeichnet. Dies finden wir nicht bloß im Johannes Evangelium (vgl. Joh 3, 35; 5, 18; 8, 18.35.38.42.54.56.58, usw. , sondern auch in den synoptischen Evangelien Matthäus und Markus (vgl. Mt 7, 21; 11, 25-27; 12, 50; 25, 34; 28, 19; Mk 1,1.11; 14, 36).

Durch die Auferweckung bzw. Auferstehung Jesu wurde sein hoher Anspruch von Gott bestätigt. Daher bekennen wir Jesus als den Sohn Gottes, oder als Gott den Sohn. Niemand in der Kirche würde auf die Idee kommen, eigenständig so eine Lehre zu formulieren und zu verkünden! Warum sollte man extra so eine komplizierte Lehre machen? Normalerweise würde man dies den Menschen ersparen wollen, um sie nicht zu strapazieren oder zu verwirren. Daher ist es lächerlich zu meinen, dass die Kirche diesen Glauben an den dreieinen Gott von sich aus erfunden hätte!

Das Kreuzzeichen, das wir oft auf uns machen, verdeutlicht den dreieinen Gott. Gott der Vater als der Höchste, der ursprungslose Ursprung. Von ihm kommt der Sohn zu uns auf die Erde. Der Heilige Geist verbindet die beiden durch die Liebe (das Zeichen von Schulter zu Schulter). Er verbindet auch uns über Zeit und Raum hinweg: Der große Brückenbauer oder Pontifex Maximus!

Wenn der christliche Glaube von drei Personen spricht, ist dies nicht als drei getrennte Individuen zu verstehen, sondern als drei Beziehungen (Relationen). Jesus hat zu seinem Vater gebetet und ist ihm gehorsam geblieben. Jesus hat vom heiligen Geist als einen Helfer, als eine Bezugsperson, gesprochen (vgl. Joh 16, 12-15). In Gott gibt es Beziehungen. Liebe und «Gespräch». Monotheismus bedeutet für den christlichen Glauben keine einzige Person, die nur mit sich selbst beschäftigt ist, sondern einen Gott, der miteinander im inneren Leben kommuniziert. Daher ist diese Dreieinigkeit ein Modell für Familie und jede Gemeinschaft. Teilen der Vollmacht in gegenseitiger Liebe! Ein Gott des Egoismus ist kein Gott der Liebe! Also Monotheismus (Glaube an den einen Gott) aber kein Monarchianismus (eine einzige Person als der alleinige Herrscher). Derselbe Gott des Monotheismus, der sich Abraham und den Vätern geoffenbart hat, hat sich in Jesus Christus als der dreieine Gott geoffenbart. Dies ist christlicher Monotheismus in einer radikalen Weise. Alles weil Christus Jesus als der letzte Offenbarer und die letzte Offenbarung bestätigt worden ist, eben durch das Ereignis der Auferstehung. Er ist das Wort Gottes in Person; der Heilige Geist ist Liebe und Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn in Person! Er ist der Geist des Vaters und des Sohnes.

Alle Bilder, die wir uns von dem dreieinen Gott machen, besagen viele Wahrheiten, dennoch sind sie alle begrenzt. Auch das Bild in unserer Pfarrkirche. Die Schöpfung ist eine gemeinsame Tat des einen, dreieinen Gottes, sowie auch die Erlösung und Heiligung. Alle göttlichen Personen teilen dieselbe eine Gottheit.   Aber jede Person in der Gottheit hat auch spezifische Aufgaben oder Rollen. Menschgeworden ist, zum Beispiel, nur Gott, der Sohn. Der Sohn und der Geist haben denselben Ursprung, den Vater. Der Sohn ist vom Vater «geboren» und der Geist ist von ihm «gehaucht» oder inspiriert. Daher heißt er der Atem oder Odem Gottes. Er kann uns begeistern. Das hebräische Wort für Geist ist Ruach, auf Griechisch, Pneuma. Beides bedeutet Wind oder Atem. Das Lied, » Der Geist des Herrn durchweht die Welt» ist in diesem Sinne zu verstehen. Auf Latein heißt es Spiritus. Das kommt von Inspirieren. Zu Pfingsten wurden die Jünger inspiriert. Wir bitten daher um den heiligen Geist für unsere Aufgaben.